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Alles Fünfen und trotzdem erfolgreich – die Türkische Schule in Geesthacht

und Iclal Ötztürk

Wusstet ihr schon, dass Schüler sich über mehrere Fünfen im Zeugnis freuen? Hört sich komisch an, aber in manchen Schulen ist das so – zum Beispiel in der türkischen Schule, die es schon seit mehreren Jahren in Geesthacht unter dem Dach der Buntenskamp Schule gibt.

Jedoch kann man diese nicht mit einer normalen Schule vergleichen: Hier trifft man sich nur ein Mal pro Woche. Und um mehr Information über diese besondere Schule zu sammeln, haben wir (Iclal und Firdevs) am 14.08.2012 den türkischen Lehrer Herrn Elhanay interviewt.

 

Firdevs/ Iclal (F/I): Guten Tag Herr Elhanay. Wir möchten gerne, wenn es Ihnen nichts ausmacht, ein paar Fragen über die türkische Schule stellen.

Herr Elhanay (E): Guten Tag. Es wäre mir eine Ehre, Eure Fragen zu beantworten.

F/I: Warum gibt es die türkische Schule eigentlich?

E: Der türkische Staat möchte nicht, dass die türkischen Kinder in Deutschland sich von ihrer eigenen Kultur entfernen und aufwachsen, ohne ihre Muttersprache richtig gelernt zu haben. Deshalb schickt die Türkei qualifizierte Lehrer nach Deutschland.

F/I: Wann fangen die Kinder an, in die türkische Schule zu gehen?

E: Damit ich den Kindern den Unterschied zwischen dem deutschen und dem türkischen ABC beibringen kann, müssen sie erst einmal das Lesen und das Schreiben der deutschen Sprache beherrschen. Also beginnen sie erst mit der türkischen Schule, wenn sie in der deutschen Schule die 2. Klasse besuchen.

F/I: An welchen Wochentagen findet die türkische Schule statt?

E: Der Unterricht an der türkischen Schule findet immer montags bis freitags zwischen 14:00 und 16:45 Uhr statt.

F/I: Unterrichten Sie die unterschiedlichen Klassenstufen an bestimmten Wochentagen?

E: Montags unterrichte ich die 1. Klasse, dienstags die 2. Klasse, mittwochs die 3.  und die 4. Klasse, donnerstags die 5. und die 6. Klasse und zu guter Letzt am Freitag die 7. und 8. Klasse.

F/I: Was unterrichten Sie?

E: Ich unterrichte Türkisch, dazu gehören Grammatik, Leseverstehen, Rechtschreibung etc. Dann unterrichte ich auch noch das Fach türkische Kultur und nur an besonderen Tagen Religion. Ich denke, dass ich nicht viel über unsere Religion zu erzählen brauche, schließlich besuchen die meisten Kinder an den Wochenenden unsere Moschee in Geesthacht.

F/I: Wie viele Schüler unterrichten Sie?

E: Eigentlich hat unsere Schule 110 Schüler, aber von diesen kommen nur ca. 65 regelmäßig. Das liegt daran, dass der türkische Unterricht nur freiwillig ist.

F/I: Wie bewerten Sie die Leistungen?

E: Im Vergleich zu den deutschen Schulen ist die Notenbewertung genau anders herum. Bei uns in der türkischen Schule, wie auch in der Türkei selbst, ist die Note 5 die beste Note und die Note 1 die schlechteste. Ich weiß nicht, wie meine Vorgänger die Noten verteilt haben, aber ich gebe häufig nur gute Noten. Das liegt daran, dass ich die zusätzlichen Leistungen, das regelmäßige Kommen der Schüler, honorieren möchte. Sie geben sich alle viel Mühe und verdienen sich die guten Noten.

F/I: Haben Sie besondere Feste, die Sie in der türkischen Schule feiern?

E:  Wir haben viele nationale Feiertage, aber wir feiern besonders „23 Nisan“ (23 April). Ich würde Euch gerne mehr über diesen Feiertag erzählen, aber da das zu lange dauern würde, lasse ich es lieber sein. Ich würde nicht mal am nächsten Tag mit dem Erzählen fertig sein. Nur so viel: Es ist ein Fest, welches den Kindern gewidmet wurde.

F/I: Wie organisieren Sie 23 Nisan bzw. wie feiern Sie es?

E: Wir feiern das Fest jedes Jahr an verschiedenen Orten, aber in den letzten Jahren haben wir oft die Sporthalle „Berliner Straße“ in Geesthacht gemietet. Ein paar Monate davor fangen wir mit den Vorbereitungen an, denn die Kinder führen an dem Tag Theaterstücke auf, lesen Gedichte vor, singen gemeinsam und spielen Spiele. Auch die türkische Folkloregruppe tritt auf und am Ende können sogar die Zuschauer mittanzen. Die Eltern der Kinder helfen mit, indem sie selbstgemachte türkische Gerichte zum Verkauf anbieten. Das Geld fließt in die Klassenkasse.

F/I: Ist es erlaubt, in Ihrem Unterricht deutsch zu sprechen?

E: Ich versuche es nicht zu erlauben, weil ich nicht will, dass die Schüler die deutsche und die türkische Sprache durcheinander bringen, aber ich zwinge niemanden.

F/I: Danke, dass Sie sich extra Zeit für uns genommen haben.

E: Es war mir eine Ehre.

 

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