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Hilfe, ich habe die Kontrolle über mein Auto verloren!

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Mist! Es war zu spät. Plötzlich war die Wand da. Ich versuchte noch zu bremsen und auszuweichen, doch es half nichts. Das Heck meines Autos brach aus und ich schlitterte nahezu ungebremst in die Wand. Überall war Wasser und ich konnte nichts mehr sehen …

Zum Glück fand dieses Szenario nicht auf einer öffentlichen Straße statt, sondern auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums des ADAC bei Lüneburg. Es war nämlich Teil des Junge-Fahrer-Trainings, das ich zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Ziemlich erschreckend war die Situation trotzdem, man möchte sich nicht vorstellen, wie so etwas im wirklichen Verkehr ausgegangen wäre …

Die Ausweichübung sieht folgendermaßen aus: Man fährt mit ca. 45 km/h auf einer glatten Fläche durch zwei Reihen von Wasserfontänen. Plötzlich schießen knapp vor einem weitere Fontänen in die Höhe und es gibt entweder rechts oder links – auf welcher Seite weiß man vorher nicht, sonst könnte man sich ja darauf einstellen – eine Lücke, durch die man fahren kann. Ist man geschickt und reagiert schnell genug, schafft man es, das Auto abzubremsen und vorsichtig durch die Lücke zu fahren. Das Problem dabei ist, dass man blitzschnell entscheiden muss und nicht zu ruckartig lenken darf, da sonst – wie leider bei mir – das Auto ins Rutschen gerät.
Man hört ja immer wieder, dass man bei Wild nicht ausweichen soll, da man sonst zu leicht von der Straße abkommt. Richtig ausweichen zu können, ist aber trotzdem wichtig; stellt Euch vor, ein Kind läuft plötzlich auf die Straße oder ein LKW verliert direkt vor Eurem Auto seine Ladung …

Diese Übung war nur eine von vielen, die wir an diesem Tag von 9:45 Uhr bis 18:00 Uhr absolvierten. Zuerst sollten wir auf Zeit einen Parcours mit Slalom und Rückwärtseinparken fahren, bei dem wir durch laute Musik und ein voll besetztes Auto abgelenkt wurden. Es folgten weitere Slalom-Übungen, bei denen wir unseren Sitz und das Lenkverhalten trainieren sollten, ziemlich viele Notbremsungen, Übungen auf steilem Gelände, enge Kreisfahrten auf rutschigem Boden und schließlich eine Fahrt über die Dynamikplatte, die einem bei ca. 30 km/h die Hinterräder zur Seite weg schubste, sodass sich das Auto zwangsweise drehte. Während jeder Übung steht man über Funk in Kontakt mit dem Trainer, sodass man jederzeit korrigiert werden kann. Mittags gab es für 11€ ein sehr gutes Buffet, bei dem für jeden etwas dabei war.

Das Junge-Fahrer-Training (für 17- bis 25-Jährige) ist nur eines von vielen Angeboten des Fahrsicherheitszentrums. Es gibt auch Trainings speziell für Wild- und Schlechtwetter-Situationen, für Motorradfahrer, für Anhänger (mit und ohne Pferd), für Offroad und vieles mehr.
Schaut euch am besten einmal selbst auf der Seite um, damit ihr das für Euch passende Training findet:
http://www.fsz-lueneburg.de/

Die Trainings finden an allen Wochentagen statt, nur sind sie am Wochenende etwas teurer. So kostet das Junge-Fahrer-Training in der Woche 119€ und am Wochenende 139€.
Dieses Training ist sein Geld auf jeden Fall wert, man bekommt eine Menge geboten. Gerade jetzt in der Winterzeit hilft es sehr, weil man so brenzlige Situationen nicht mehr unterschätzt. Aber auch sonst gibt es einem viel Sicherheit im Straßenverkehr. Zwar sollte jeder Fahrschüler mindestens einmal in der Fahrschule eine Notbremsung gemacht haben, doch das wird inzwischen leider oft vernachlässigt. Aber selbst wenn man es dort geübt hat, ist nicht unbedingt gesagt, dass man es im Ernstfall auch wirklich richtig durchführt. Durch das häufige Üben auf dem Platz in unterschiedlichen Situationen speichert man die Bewegungsabläufe gut ab und kann sie dann leichter abrufen.

Gerade für Fahranfänger ist meiner Meinung nach ein solches Training sinnvoll, jedoch sollte es nicht zu kurz nach der Fahrprüfung stattfinden, da dann noch die nötige Routine fehlt. Für 17-Jährige gilt übrigens wie im öffentlichen Verkehr die Anwesenheitspflicht einer Begleitperson!
Wer kann, sollte das eigene Auto oder zumindest das, was man am häufigsten fährt, mitbringen und die Übungen mit diesem fahren. Denn jedes Auto ist anders. Das eine bekommt man, wenn es ins Schleudern geraten ist, mit Bremsen wieder unter Kontrolle, bei einem anderen verstärkt es das Rutschen nur noch. Es ist wichtig, das eigene Auto kennenzulernen, damit man genau so reagieren kann, wie es das jeweilige Auto erfordert.
Ich würde jedem das Fahrsicherheitstraining empfehlen. Es ist zwar tierisch anstrengend – ich hatte am nächsten Tag fürchterlichen Muskelkater in Rücken und Armen –, aber es macht sehr viel Spaß und gibt einem mehr Sicherheit im Verkehr. Außerdem kann so manch einer bei seiner Versicherung einen Vorteil herausschlagen, wenn er seine Teilnahmebestätigung vorzeigt.
Und wenn es doch für den Einen oder Anderen zu teuer ist: Eltern freuen sich, wenn das Kind vorsichtig fährt und schenken einen Gutschein gerne zum Geburtstag. 😉

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