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Abenteuer Afrika – Every little thing is gonna be alright

Luise Riederer Abiturientin des Jahrgangs 2019 verbringt nach der Schule ein Jahr in Uganda. In regelmäßigen Abständen berichtet sie exklusiv für EUFORUMonline aus Afrika und lässt uns ein wenig an ihrem Auslandsjahr teilhaben:

Die Ankunft in Jinja war bezeichnend für die folgenden Wochen.

Zum einen war ich immer noch im Unklaren, wo genau denn mein Appartement ist und was dort bereits von Vorfreiwilligen hinterlassen wurde. Es stellte sich heraus, dass es bisher leider kein Appartement für mich gab, weshalb ich zunächst bei der Schwester meiner Regionalkoordinatorin, Betty, untergebracht wurde. Das Appartement ist großartig, dennoch sollte ich mich am nächsten Tag mit der Unterstützung eines Südfreiwilligen zu Wohnungsbesichtigungen begeben. Um es kurz zu halten: Ich bleibe bei Betty! Ich überraschte mich selbst damit, dass mich diese Situation überhaupt nicht stresste. Afrikanische Gelassenheit und vieles einfach auf sich zukommen zu lassen ist bisher immer perfekt gewesen, da bisher alles irgendwie geklappt hat. Oftmals bringt es einfach nichts, sich Gedanken um etwas zu machen, bevor das Problem überhaupt entstanden ist. „Every little thing is gonna be alright“ ????

Letztendlich konnten mein Moskitonetz, Literweise No Bite, meine riesen Reiseapotheke aka „alles was eine Apothekertochter mitnehmen sollte“ (zweites Standbein: Krankenhaus?) und ich in der School Lane neben einer bunt blinkenden, immer leeren Bar einziehen.

Da die Sonne hier um 4 Uhr aufgeht und es um 19:15 Uhr dunkel ist, war das mit dem Durchschlafen zunächst so eine Sache. Wenn ich nicht durch die ersten Sonnenstrahlen geweckt wurde, weil meine Schlafmaske verrutscht war, wurde irgendwo, gefühlt direkt neben meinem Ohr, eine große Musikanlage aufgebaut und alle Hits der Zweitausender auf- und abgespielt. Als ich irgendwann empört überlegte, ob Bürgerrechte nur im Heimatland gelten würden oder ob ich durch meine deutsche Staatsbürgerschaft auf die geltenden Ruhezeiten bestehen könnte, verstummten die nächtlichen Beschallungen. Überdies schienen allerdings alle Hunde der Stadt ziemlich betrübt zu sein, weshalb jeden Abend um 23:30 Uhr eine gemeinsames Trauerlied angestimmt wurde. An einem anderen Abend wurde ich von nächtlichen Schussübungen auf dem Nachbargrundstück der „Priority Security“ geweckt und war mir dann sicher: Wundere dich über nichts! Uganda scheint das neue Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein. Ob die Stromleitung gegenüber von deinem Haus explodiert, man an einem Samstagmittag im Schlafanzug in einem indischen Restaurant festsitzt, weil der Regen und das Gewitter einen nicht nach Hause lassen, obwohl man eigentlich nur sein Aufladekabel bei jemandem abholen wollte – nimm es mit Gelassenheit!

Von der Mentalität kann man meiner Meinung hier viel lernen. Es muss nicht immer alles genauestens nach Plan laufen, um ans Ziel zu gelangen. Ein paar Umwege, auf denen man sogar meist noch mehr lernt, mit anderen Leuten in Kontakt tritt und am Ende sogar ein besseres Ergebnis erzielt, ist definitiv erstrebenswert. Diese kleinen Umwege regen zum Querdenken an und decken oftmals viele weitere, durchdachtere und verbesserte Lösungen auf. Das mag sehr stereotypisch nach „Auslandsfreiwilliger“ klingen, aber warum beeilen wir uns in Deutschland mit allem so? Ich habe das Gefühl, dass vieles (nicht alles!) dadurch vorschnell beschlossen wird und es am Ende ein großes „Ohh“ gibt. Ich bin natürlich erst drei Wochen hier und wer weiß, wie ich in ein paar Wochen darüber denke, aber bisher hat sich dieser Eindruck in meinen Kopf geschlichen.

Wer mich und meine Jahr finanziell etwas unterstützen möchte, darf dies natürlich weiter tun:

Empfänger: Artefact gGmbH
IBAN:         DE54 2175 0000 0186 0952 04
BIC:             NOLADE21NOS
Spendenkennung: X-Suba 2

Eure Luise

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